Montag, 23. März 2009

Dubai Wüste




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Dubai

Die Straße von Hormuz ist passiert und wir haben die großen Abenteuer in der Nacht einfach verpennt!
Dicht vor uns sind gerade an dieser engen Passage zwei Schiffe zusammen gestoßen! Man munkelt, dass eines davon ein amerikanisches U-Boot gewesen sei. Genaueres erfahren wir natürlich nicht, aber ein kribbeliges Gefühl bleibt.

Zudem erfahren wir gerade heute, dass wir nicht im jemenitischen Hafen Aden festmachen können, weil unser Platz im Konvoi durch den Golf von Aden festgelegt ist und die ganze Fahrt durch den Sicherheitskorridor recht lange dauern wird. Auch hier gibt es keine Detailangaben – klaro.

Doch nun zu Dubai; über 300 Gäste haben die Amadea verlassen und ebenso viele sind neu zu uns gestoßen. Auch wir haben ein letztes Mal die Kabine gewechselt und ‚hausen’ nun im 10.Stock! Die Skyline von Dubai ist leicht im Dunst gelegen – der berühmte Burj Dubai (‚Der Turm Dubai’) ist kaum zu erkennen. Dass er über 800m hoch sein soll, mag man kaum glauben.

Verwöhnt von Stadtansichten wie die von Sydney oder Singapore, sind wir mäßig beeindruckt; trotz alledem aber gespannt, welche Eindrücke in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf uns warten.
Gebucht haben wir eine Jeep-Tour in die Wüste, ich übrigens mit leichtem Unbehagen, denn eine ‚Achterbahnfahrt’ über die Dünen stelle ich mir nicht so lustig vor. Mein Magen hat da so seine eigenen Vorstellungen…

Wir werden auf 10 Landrover verteilt, je 4 Personen finden in den (fast neuen) Wagen Platz. Unser Fahrer ist sehr jung: Ob er wirklich die Kunst der Wüstenfahrt schon beherrscht?! Mustafa ist freundlich und erzählt uns auf dem Weg hinaus aus der Stadt in die Wüste einiges aus dem Leben in Dubai. Er kommt aus Burma und ist einer von 85% Nicht-Emiraten, die hier leben. Dubai ist Boomtown und bietet vielen, vielen Menschen Arbeit; doch auch auf der arabischen Halbinsel ist die Krise zu spüren (so ist noch nicht klar, ob die dritte ‚Palme’ überhaupt in der geplanten Größe erstehen wird.)

Bevor die große Fahrt durch die Wüste beginnt, steigen wir aus – die Fahrer lassen aus den Reifen Luft, um einen besseren ‚Grip’ zu bekommen. Uli kommentiert fachmännisch diesen Vorgang und stellt zufrieden fest, dass unser Jeep mit Dunlop-Reifen ausgestattet ist.

Los geht’s! Voran fährt der Boss der Truppe – wir gleich dahinter. Das hat gleich zwei Vorteile! Wir müssen uns nicht als erste die Düne hinabstürzen – und wir können im Rückblick die restlichen Wagen durch den Sand rutschen sehen, während wir schon wieder (relativ) festen Stand erreicht haben! Tolle Aufnahmen sind uns dabei gelungen – ihr dürft gespannt sein!!
Und ganz anders als erwartet, fahren wir wie ‚auf Butter’; Mustafa ist ein guter Fahrer und geht kein Risiko ein. Ein bisschen Kribbeln im Bauch natürlich bleibt, gehört ja irgendwie auch dazu. Manchmal geht’s steil berauf, manchmal steil bergab, doch so richtig mulmig wird es, wenn wir fast auf die Seite zu kippen drohen und die Düne mehr rutschend denn rollend bewältigen!

Die Wüste ist beeindruckend schön, wenn auch der Sonnenuntergang ein wenig kärglich ausfällt. Wir blicken vom Kamm einer Düne in die Ferne: Sand, Sand, Sand. Schwer zu beschreiben, aber ich habe den Eindruck, das könnte süchtig machen.

Am Abend fahren wir in ein Camp, wo es die Gelegenheit für Kristin und mich gibt, auf einem Dromedar eine kleine Runde zu drehen. Leider zu kurz, um eine echte persönliche Bindung zum Reittier aufzubauen… Einige Gäste versuchen sich im Sandsurfen. Das wäre etwas für Volker und Martin!!
Wer dann noch mehr Kick braucht, kann Wasserpfeife rauchen oder sich mit Henna verzieren lassen. Wir sind der Meinung, dass wir uns eine kleine Stärkung verdient haben und schreiten auf den mitten in die Wüste gelegten Teppichen (wer saugt die??!!) zu ungemein gemütlichen Sitzgruppen. Zu unserem Erstaunen gibt es sogar für uns Ungläubige, gegen ein kleines Entgelt Bier oder Wein zu erstehen.
Das Buffet bietet reichlich Fleisch vom Huhn oder Lamm, leckere Salate, Fladenbrot und supersüße und superleckere süße Teigkugeln. (Aber wir wohnen jetzt ja auf dem Panoramadeck! Das sind 2 Treppen mehr!) Der Sternenhimmel über uns ist übersäet mit blinkenden kleinen Lichtern – für kurze Momente blenden wir das uns umgebende Gemurmel der Menschen aus und sind ganz allein, in der Wüste.

Gegen 22h trudeln wir wieder im Hafen von Dubai ein, wo die Queen Elizabeth II. immer noch brav liegt (was bleibt ihr auch anderes übrig, sie hat ja den Dienst quittiert und wird zu einem Luxushotel umgebaut). Die Costa Victoria daneben zeigt uns, was ein wirklich ‚dicker Pott’ ist und schluckt eifrig neue Gäste für eine neue Reise; unsere Amadea will aber gar nicht so groß werden und besticht durch Eleganz! Bäh!

Jetzt schnell den Wüstensand abgeduscht und die Koffer gepackt!! Morgen früh um halb sechs klingelt der Wecker: Dubai-Ausflug , der Zweite.

Freitag, 20. März 2009

Bombay




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Mumbai




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Mumbai

Mumbai / Bombay



Wer sein Auto durchs Mumbais wahnsinnigen Verkehr lenken kann, kann dies auch überall in der Welt furchtlos tun, keine Frage. Fraglich allerdings ist, ob er es tun sollte, denn hier, wo 14-16 Millionen Menschen leben und täglich sich zu Fuß, auf dem Fahrrad, dem Motorrad, dem Auto, dem LKW, dem Bus durch die Straßen quälen, herrschen sonderbare Verkehrsregeln. (Die Rangfolge der Verkehrsteilnehmer ist einfach: der Stärkere hat Recht! Ampeln sind eine nette Beleuchtung und zählen nicht! Das Ende der Kette bilden die Fußgänger..)

Wir lassen die Amadea-Busse ohne uns ziehen und suchen uns stattdessen ein Taxi, in das wir 4 Personen passen. Eine schier unlösbare Aufgabe – wenn sich nicht der ‚Herr der Taxis’ dazu bereit erklärt hätte, uns in seinem Privatauto (einem Tata) durch die Stadt zu fahren. Er heißt ‚Jonny’ und erweist sich als geübter und guter Stadtführer.
Unsere Liste der gewünschten Stopps liegt ihm vor, wir haben drei Stunden vereinbart und wollen zum Schluss noch zum Crawford Market. Hier soll es „alles geben, was ein Touristenherz begehrt“: Berge von Früchten und Gemüse (lieber nicht!), indische Gewürze, bunte Papageien, Hühner (auch eher nicht!), Gold und Silber, Tuch und Teppich – dazu kostenlos: hupende Autos, schwerstbepackte Handkarren, schimpfende Lastträger und gelangweilt dreinschauende ‚heilige’ Kühe. Als wir im Vorüberfahren einen Blick auf das Chaos und Gewirr des Marktes erhaschen, nehmen wir innerlich schon Abstand von diesem Teil unseres Planes. Aber man wird sehen..

Am Taj Mahal Hotel, 1903 erbaut und vor kurzem noch leider unter traurigen Umständen in den Schlagzeilen, steigen wir zum ersten Mal aus. Sogleich umringen uns Händler, Bettler, Taxifahrer und wir sind froh, dass wir alle Taschen zu Hause gelassen haben. Nein, wir wollen keinen Jasmin kaufen, auch keinen Fächer, wollen unsere Australienhüte nicht verkaufen und brauchen auch kein neues Taxi!! Nur mal eben schnell einen Blick aufs Gateway of India werfen. Im Jahre 1911 war aus Anlass des Indienbesuches von König Georg V. und seiner Frau ein Gipspavillon errichtet worden; 1925 wurde dieser zu einem massiven Torbau aus Basalt umgestaltet. Leider gibt es auch jetzt wieder Umbauarbeiten, wir sehen hauptsächlich Tücher, die vor dem Tor hängen.

Gegenüber liegt das prächtige Hotelgebäude, in dem einige Terroristen (ebenso wie in 2 weiteren großen Hotels der Stadt) Brandsätze gezündet haben. Wir passieren mehrere Sicherheitskontrollen und betreten das traditionsreiche Gebäude. Mmmh, wirklich beeindruckend, ein echtes Luxushotel. Reich verzierte Hallen, Entrees, Gänge, ein Garten mit Pool und Dutzende von Dienern, die nur auf einen Wink von dir warten. (Erfreut sehen wir, dass die Angriffe von den Terroristen im Nov.08 nicht tot geschwiegen werden, sondern vielmehr eine kleine Marmorgedenktafel an die Getöteten erinnert.) Wir trinken eine Tasse Masala-Tee und suchen auch die Luxus-Restrooms auf!! Ein junges Mädchen öffnet uns alle Türen, schließt sie hinter uns – und hat später auch schon den Wasserhahn für uns betätigt, benetzt unsere Hände mit Seife und reicht dann ein kleines Handtuch. Wir müssen nichts berühren!! Als Kristin sie ob dieser Arbeit bedauert, lächelt sie und meint, es sei doch vielfach besser als ‚draußen’.

Draußen, ja draußen ist die Realität wohl für manche(n) deutlich härter. Hier kämpft jeder um einen kleinen Verdienst oder verlegt sich aufs Stehlen. Kinder mit großen schwarzen Augen hängen sich an deine Hand oder ‚kleben’ förmlich am Autofenster… Doch wenn man ihnen Geld gibt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie es in kürzester Zeit von ihren Dealern wieder abgenommen bekommen.

Vor allem dieses Durch- und Nebeneinander von Luxus und Armut, von Pracht und Elend, von modernster Technologie und vorsintflutlichen Gefährten macht einen ganz wuschig. Erstaunlich jedoch ist, dass Mumbai deutlich sauberer ist als die anderen Städte Indiens , die wir zuvor besucht haben. Wie immer sie das hinkriegen: Die Hauptstraßen sind ‚relativ’ sauber – trotzdem sitzen auch hier kleine Kinder (geschätzt 3-5 Jahre alt) am Straßenrand, ohne Aufsicht, liegen Personen auf dem Gehweg. Wir halten es kaum aus, diese Eindrücke aufzunehmen.

Der kleine Ausflug in 2 Geschäfte in der Nähe des Taj Mahal Hotels ist wenig ergiebig; einen (zugegeben schönen) Riesenteppich brauchen wir wirklich nicht!
Uns ist nach GRÜN, wir wollen nicht nur graue Häuserfassaden sehen – Jonny fährt uns in den Kehmala-Nehru-Park, wo die berühmten ‚Hängenden Gärten’ uns etwas zum Verschnaufen einladen. Na ja, wo da etwas hängt, wissen wir nicht, aber immerhin bestaunen wir einige aus Hecken und Büschen geschnittene Figuren. Eine kleine Oase inmitten der Straßenschluchten, die so ganz anders sind als die von New York, Paris oder Rio.

Ein Vergleich mit Havanna drängt sich auf, als wir den Marine Drive, die 1,5 km lange halbrund geschwungene Uferpromenade, sehen. (The Queen’s Necklace genannt) Auf Kuba hat die allgegenwärtige Musik die Tristesse etwas gemildert, hier sind es die leuchtenden Saris der Inderinnen.

Es wird Zeit, etwas zu Mittag zu essen. Jonny empfiehlt uns eins der besten indischen Lokale der Stadt und setzt uns vor der Tür ab. Seine Handynummer haben wir – wenn wir in Ruhe gegessen haben, sollen wir ihn anrufen. Ob das wohl klappen wird? Aber er will ja noch Geld von uns – und ein bisschen mutig sind wir auch schon auf dieser Weltreise geworden.
Das Restaurant ist einsame Spitzenklasse! Wir steigen Marmorstufen in die erste Etage und werden durch eigentlich recht kleine Räume an unseren Platz geführt. Mit Hilfe von Spiegeln aber erscheinen die Nischen gar nicht so klein, das Restaurant fast unübersichtlich verwinkelt – alles in allem aber urgemütlich (auf indisch). Wir essen vorzüglich, haben wohlweislich alle unterschiedliche Speisen bestellt und kommen so in den Genuss von allerlei geheimnisvollen Esskreationen. LECKER!!! Und scharf! (Sorry, aber die ‚Indische Küche’, die uns am Abend an Bord erwartet, kann mitnichten mithalten.)

Jonny holt uns – nach einem kurzen Anruf – wieder ab und dann besuchen wir das Mani Bhavan. Hier hat Mahatma Gandhi zwischen 1917 und 1934 sein Hauptquartier aufgeschlagen. Das Haus ist jetzt ein Nationalmuseum, in dem u.a. Stationen von Gandhis Leben in kleinen Schaukästen mit Puppen nachgezeichnet wird. Gandhis Zimmer, in dem er lebte und arbeitete, ist noch erhalten.

Unsere Köpfe summen und brummen von all den Eindrücken des Tages. Nach einer weiteren halsbrecherischen Fahrt durch den beginnenden Abendverkehr Mumbais werfen wir noch einen Blick auf das Wäschereiviertel Mahalakshmi Dhobi Ghat. Die Wäscher waschen und trocknen täglich Berge von schmutziger Wäsche in langen Reihen gemauerter Becken. Kaum vorstellbar, dass hier kein Wäschestück verloren geht, vielmehr pünktlich (und sauber) wieder bei seinem Besitzer landet!!!

Mumbai – wir können uns vorstellen, das diese Stadt Menschen aus dem ganzen Land anzieht. Viele versprechen sich hier Arbeit, Erfolg – vor allem im indischen Filmgeschäft (Bollywood). Oftmals zieht es Kinder und Jugendliche hierher, die hoffen, dass ihr schauspielerisches Talent entdeckt wird. Doch oft vergessen sie, dass sie die ‚falsche’ Sprache sprechen und schon allein deswegen keine Chance haben! In Indien herrscht Sprachen/Dialektvielfalt, mit starken regionalen Unterschieden!

Auf unserer Fahrt kreuz du quer durch die Stadt passieren wir auch den prachtvollen Bahnhof, das Oberste Gericht und das Prinz of Wales Museum – allesamt unverkennbar britische Handschrift. Nach Hitze und Lärm kehren wir zurück in unsere Oase ‚Amadea’.

Dienstag, 17. März 2009

Goa




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Goa

Eine echte Touristenhochburg! Erkennbar am idyllischen Hafen und den Ständen mit indischen Souvenirs. (Endlich etwas für Robi dabei…)

Wir haben beschlossen, noch einmal baden zu gehen und einen Ausflug an einen der ‚feinsandigen Traumstrände Indiens’ zu buchen. Transfer zu einem Hotel, wo wir Pool, Liegen und Handtücher (gegen Gebühr) benutzen dürfen. Alles ist prima, Kristin bekommt ihre Brandung und vorher noch eine Gelegenheit in einem Laden kräftig zu handeln. Barbara und ich haben uns mit Macht das Lachen verkneifen können. (‚Das Pferd ist doch kaputt!’ – Dazu muss man wissen, dass eben dieses kleine Silberpferd kunstvoll mit beweglichen Beinen geschaffen ist!!)

Ich habe keine Lust auf gefährliche Unterströmungen und ziehe den Pool vor. Rechtzeitig vor einem drohenden Regenguss bekommen wir Damen noch einen starken Kaffee und dann rollen auch schon die vier Amadea-Busse an. Ein schöner Tag, wenn auch hier wieder reichlich Gelegenheit dazu war, Indiens Sozial- und vor allem Hygieneprobleme mit eigenen Augen zu sehen.

Was für ein Land! Unermesslicher Reichtum, aber ein Kastensystem, an dem offenbar niemand richtig zu rütteln mag. Gute Schulbildung für die Kinder, aber auch große Armut der Familien. Manches Kind muss betteln, für den Lebensunterhalt der Familie mitsorgen – und kann noch von Glück sagen, wenn es nicht von den eigenen Eltern verstümmelt wird, weil man damit mehr Mitleid erheischen kann.



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Indien pur




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Mandalore

MandaloreHeiße Füße – heiße Herzen

Habe ich schon erzählt, dass wir nicht auf die Lakkadiven dürfen? Obwohl ich schon lange vor Reiseantritt davon geschwärmt habe – nix war’s. Im Inselgebiet der Lakkadiven ist es nicht ausgeschlossen, dass sich dort Terroristen verstecken. Nach den Anschlägen von Mumbai ist die indische Regierung besonders sensibel – und verbietet vorerst den Zugang.

Unsere Alternative: New Mandalore. Genau. Das. Eine bedeutende Hafenstadt im südlichen Bundesstaat Karnataka mit 417.387 Einwohnern. Ein echt guter Tausch: menschenleere Strände gegen einen (wenn auch prosperierenden) rotbraunen Hafen. Hier gibt es eine Erdölraffinerie und eine Erzumschlagsanlage, was noch keinem Hafen der Welt einen Schönheitspunkt eingebracht hat. Schön staubig.

ABER: Erstens soll man nicht meckern und zweitens haben wir heute Eindrücke gewonnen, die unbezahlbar sind.
Wer glaubt, dass deutsche Bürokratie nervend ist, hat noch nicht die indische erlebt!! In jedem Hafen gibt es ein anders farbiges Einreisepapier, das beim Verlassen des Schiffes gestempelt wird. Zusätzlich müssen wir noch auf die Rückseite des Blattes notieren, ob und wenn ja, wie viele Kameras und Filmgeräte und evtl. Laptops wir mitbringen…
So weit – so gut. Da die indischen Behörden aber sehr spät erst die Freigabe des Schiffes und damit die Genehmigung zu den Landausflügen erteilen, bleibt kaum Zeit, an rund 400 Gäste die (alphabetisch sortierten) Einreiseblätter auszugeben. Als die Schlange vor der Ausgabe sich schon selbst in den Schwanz zu beißen droht, fasst Herr Adlmaier einen kühnen Entschluss: jeder bekommt einfach irgendein Papier!! Egal, welcher Name darauf steht, egal, ob Männlein oder Weiblein!! (Können die doch eh nicht lesen.) Upps – gut, wie sind jetzt mal eben Herr und Frau Pf. Und hoffen, dass Herr und Frau P. keinen Unsinn an Land mit unserem Namen treiben!! Der Beamte zeichnet unser Papier nach intensiver Begutachtung brav ab…

Von den 13 Bussen, welche die Gäste der Amadea aufnehmen, ist unserer die Nr.5 – natürlich mit den schönsten Reiseleiterinnen! Wow, haben Inder(innen) beneidenswert tolle Haare. Es sollen sowieso die besten Haare der Welt sein; aus ihnen werden weltweit Echthaarperücken gefertigt. Aber das nur am Rande. Wir sehen keine (noch so arme) Inderin, die nicht stolz und wunderschön anzusehen in ihrem Sari daher schreitet.

Unser Ziel: Einige Tempel der Stadt Mandalore. Stimmt, das bedeutet, dass es in M. selbst nicht wirklich viel zu besichtigen gibt, doch davon später.
Ein Hindutempel erwartet uns; wir ziehen die Schuhe brav auf und denken voll Optimismus, dass unsere ‚Elbkähne’ den kleinen Indern eh nicht passen – wir also hoffen dürfen, dass sie beim Weggehen immer noch da sind. Verschiedene kleine und große Tempel im Tempelbezirk dürfen wir betreten, allerdings nichts fotografieren. Das Tempelinnere ist dunkel und rauchgeschwängert, böse Geister sind damit vertrieben und der Zugang der Götter möglich. Die Gläubigen teilen hier den Hindu-Gottheiten auf kleinen Zettelchen mit, welchen Wunsch sie haben. Ein Priester nimmt den Zettel entgegen und mit einem kleinen Obolus versehen reicht er auch den Wunsch an die Gottheit weiter. Der Gläubige läutet eine Glocke, um der Gottheit mitzuteilen, dass er da ist?! Vom Priester erhält er geweihtes Wasser und eine Art rote Farbe, mit der er sich ein Zeichen auf Stirn und Hals macht. Jetzt heißt es nur noch, auf die Erfüllung des Wunsches warten.

Auf unserem Besichtigungsprogramm steht neben einer katholischen Kirche noch ein weiterer wundervoller, rot-goldener Hindutempel. Er ist weitaus prächtiger anzusehen, die Fußböden sind aus hellem Granit – alles ist sauber. (Der erste Tempel war sandig und staubig. Gibt es arme und reiche Götter??); wir dürfen auch einige Photos machen. Da wir auch hier natürlich unsere Schuhe ausziehen, erleben wir am eigenen Leibe (sprich: Fuße), wie heiß es heute ist! Es brennen uns fast die Fußsohlen weg, selbst wenn wir auf den dafür vorgesehenen Laufteppichen gehen. Also: Laufschritt!

Dieser Tempel und eine Cashewnuss-Fabrik, die wir zum Schluss noch besuchen, sind die Eindrücke, mit denen wir im Grunde gerechnet hatten. Sicherlich wussten wir vorher nicht, dass wirklich jede Cashewnuss mehrfach einzeln in die Hand genommen werden muss, bis sie sich im essbaren Endzustand befindet!! Daher sind sie wohl auch so teuer?! Viele, viele Frauen sind tätig, sechs Tage in der Woche, 12 Stunden am Tag; für einen Lohn von 1.500 Rupien im Monat (ca. 22,50 EUR):

Doch was unsere Herzen von Traurigkeit brennen lässt, sind die unauslöschlichen Bilder, die wir auffangen beim Weg in und durch die Stadt. Solche Armut habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen! Zwischen Unrat und halb fertigen Häuserruinen leben ganze Familien, man kann kaum unterscheiden, ob man auf eine Abrisshalde oder ein kleines Geschäftszentrum schaut. Ich habe versucht, in einigen Bildern diese Welt einzufangen – es wird mir nicht gelingen, ebenso wenig, wie sie angemessen zu schildern!! Hier erleben wir Indien, so wie es wirklich ist, hierher haben sich noch keine Touristen verirrt.
Wie gut geht es uns doch!!! Will noch jemand meckern?!

Sonntag, 15. März 2009

Kochi 2




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Kochi 1




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Kochi

Indien, ein Land voller Gegensätze erwartet uns: 1,13 Milliarden Menschen leben auf diesem Subkontinent, der – wie wir von Prof. Übelacker lernen – einmal als eigener Kontinent in den Weltmeeren herumstromerte.
Wir rechnen mit allem und sind doch überrascht von unserer ersten indischen Stadt.

Kochi (hieß bis 1996 Cochin und) blickt auf eine ältere christliche Tradition zurück als große Teile Europas! Der Apostel Thomas soll hier schon 52 n.Chr. gewesen sein. Doch natürlich sind fast alle Religionen hier vertreten. Wir erblicken christliche Kirchen, jüdische Synagogen, Moscheen und Hindutempel – entsprechend bunt gemischt ist die Menschenschar, der wir begegnen.

Da unser Ausflug von Phönix leider wegen zu geringer Teilnehmer abgesagt wurde, haben wir wieder beschlossen, das Abenteuer selbst zu wagen. Gar nicht so einfach. Sobald man das Tor des Hafengebietes (bewacht von Soldaten) passiert hat, schwirren einem die Ohren: „TukTuk – one Dollar!“ Wir wollen nur bis zum nächsten Hotel, dem Taj Malabar, und sind keine lohnenswerte Fracht. Doch finden sich zuletzt 3 TukTuks, die uns dorthin befördern. Allerdings muss unser Fahrer einmal kurz halten, um aus einer Sprudelflasche Benzin in den Tank nachzufüllen! Uff! Sie sind mit allen Wassern gewaschen, diese indischen Boys! Nein, sie nehmen kein Geld, denn wir wollen doch gewiss bald wieder kommen und mit ihnen dann eine Stadtrundfahrt machen!?...
Nein, wollen wir nicht!!

Wir flüchten in die relativ ordentliche ‚Welt’ des Hotels und wechseln erst einmal ein paar Dollar in Rupien. Mit einem Schlag sind wir wieder reich: 1,5 EUR entsprechen 100 Rupien.
Dann verhandelt Eckhardt und chartert ein Boot, das uns 2 Stunden durch die Lagune fährt – halt das, was wir gebucht hatten. Kein Problem; wir haben noch Zeit für einen Marsala-Tee oder Kaffee, dann legt unser Boot am Hotel eigenen Steg an.

Zwar erscheint das Boot ein wenig instabil und wir müssen aufpassen, dass wir uns gewichtsmäßig immer gleichmäßig verteilen, aber wir haben das Boot für uns ALLEINE! Chinesische Fischernetze, die es NUR HIER geben soll, säumen den Uferrand und ein Fischer ist sogar so nett, extra für uns, die Leine, beschwert mit dicken Steinen als Gegengewicht zum Netz, hoch zu ziehen: ein dicker Fisch zappelt im Netz! Er winkt und wir winken zurück – so einfach kann Völkerverständigung manchmal sein.

Schwieriger gestaltet sich die Verständigung, als wir nach einem hervorragenden Mittagessen dem Chauffeur unseres kleinen gemieteten Vans sagen wollen, dass er uns nach ALT Kochi fahren soll. Im Prinzip tut er das auch – und mit welchem Tempo!! Gegenverkehr scheint hier grundsätzlich nicht zu gelten!! Überholen, obwohl man keine Einsicht in die Straße hat? Na, warum denn nicht??!!

Wir kommen auch an der im Reiseführer empfohlenen Kathedrale St.Francis Church vorbei, doch hält unser Fahrer leider nicht an!! Auch nicht an der Kathedrale von Santa Cruz – erst als wir alle 6 empört ‚STOPP’ rufen, bremst er ab. Wir wandern eine gute Viertelstunde über einen quirligen Markt, dessen Händler recht penetrant sind und unbedingt ihre Ware an den ‚reichen’ Mann bringen will. Wir können fast widerstehen – dürfen aber langsam nicht wirklich an den Rücktransport unserer Koffer denken!!

Im Mattancharry Palace, bei dem wir wiederum einen Halt durchsetzen können, bewundern wir u.a. Sänften, in denen die Maharadschas getragen wurden. Die gesamte Geschichte der indischen Südspitze wird hier in diesem ehemals holländischen Palast, dokumentiert.

Unser erster Eindruck von Indien: Bunt, lebendig, arm, mit Wasser-, Luft- und Landverschmutzung kämpfend, freundlich, wuselig, nervig, spannend!

Samstag, 14. März 2009

Indischer Ozean



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wunderbar - sonderbar

Drei Seetage erlauben uns, die vielen, vielen Eindrücke der 6 Landtage zu verdauen! Dazu gehört natürlich immer noch unter ‚wunderbar’ das unbeschreibliche Gefühl, auf Nam To geritten zu sein!! Achtung! Achtung! Ich wünsche mir keinen kleinen Hund mehr, sondern… Nee, nee, keine Sorge, der passt ja nicht mal unter den Carport!

‚Wunderbar’ ist die Indische See, auf der wir – hart an der Bengalischen See (ich kannte bisher nur das gleichnamige Licht?!) zurzeit fahren. Fast spiegelglatt, mit Fliegenden Fischen, die meterweit zu springen/fliegen scheinen. Uli hat sogar Delfine gesichtet, doch als ich mich von der Liege erhoben hatte, waren sie schon weg. Vielleicht gibt’s ja ein Fitzelchen Film mit den Bildern dieser wunderbaren Tiere!!

Sonderbar hingegen ist so manches hier an Bord – und wir dachten ja schon, dass uns gar nichts mehr aus dem Gleichgewicht wirft. Es werden keine Photos mehr von uns gemacht!? Sind wir darüber traurig? Jein. Ab und zu haben wir ja doch eines gekauft; doch dazu haben wir jetzt keine Gelegenheit mehr. Ob man da auf eine ‚Schwarze Liste’ rutscht,, wenn man zu wenig käuflich erwirbt??!!
Sonderbar ist auch das Gebaren des Hotelmanagers, Herrn A. Nach unseren Reklamationen hatte er uns ja (was echt nicht intendiert war!) eine Käseplatte mit Champagner auf die Kabine schicken lassen. Nobel, nobel. Uli hat sich artig bedankt, woraufhin sich Herr A. bemüßigt fühlte, uns für den übernächsten Abend an seinen Tisch zum Abendessen einzuladen. Okay, das Essen haben wir sowieso bezahlt, aber vielleicht sollte ja eine nette Flasche Wein dabei herausspringen?? Nun denne, der übernächste Abend kam – jedoch wusste besagter Herr von seinen Reden nichts mehr. Die angekündigte Einladung, die auf unsere Kabine gehen sollte, kam nicht – und wir saßen gestern Abend wieder am üblichen Tisch. Wahrscheinlich war’s da eh netter!!! Trotzdem: sonderbar (oder sollte man sagen: peinlich!!??)

Wunderbar aber geht es uns hier, wir denken noch nicht an die Heimkehr und fühlen uns auch braun gebrannt genug. Wir sind doch keine Brathähnchen!!!

Donnerstag, 12. März 2009